Brandlastberechnung: Grundlage jeder Entrauchungssimulation
Die Brandlast bestimmt den Wärme- und Rauchfreisetzungsverlauf — und damit die Dimensionierung der Entrauchung. Methoden, Normen und Praxistipps.
Was ist eine Brandlast und warum ist sie wichtig?
Die Brandlast beschreibt die Menge an brennbarem Material in einem Raum oder Gebäude, ausgedrückt als Wärmefreisetzung pro Fläche (kWh/m² oder MJ/m²). Sie ist die zentrale Eingangsgröße für jede Entrauchungssimulation: Je höher die Brandlast, desto mehr Rauch und Wärme werden freigesetzt, desto größer muss die Entrauchungsanlage dimensioniert werden.
Brandlastermittlung: Methoden und Kennwerte
Es gibt zwei Methoden: die pauschale Zuordnung über Brandlastkataloge (nach Nutzungsart) und die individuelle Ermittlung durch Begehung und Inventarisierung. Für Standardfälle reichen Katalogwerte, für Sonderbauten oder besondere Nutzungen ist eine individuelle Ermittlung empfehlenswert. Wichtige Kennwerte sind die Brandlastdichte (MJ/m²) und die maximale Wärmefreisetzungsrate (kW).
Normative Grundlagen
Die wichtigsten Normen für die Brandlastermittlung sind: DIN 18230 (Baulicher Brandschutz im Industriebau — Rechnerisch erforderliche Feuerwiderstandsdauer), Eurocode 1 Teil 1-2 (Einwirkungen auf Tragwerke — Brandeinwirkungen) und die Tabellenwerte der VDI 6019. Für Industriebauten ist zusätzlich die IndBauRL relevant.
Brandlastkataloge: Vorgefertigte Szenarien nach Nutzungsart
Brandlastkataloge liefern typische Brandlasten nach Nutzungsart: Büro (ca. 500-700 MJ/m²), Wohnung (ca. 700-900 MJ/m²), Versammlungsstätte (ca. 300-500 MJ/m²), Lagerhalle (ca. 800-3.000+ MJ/m²). Diese Werte dienen als Eingangsgröße für die Simulation, sofern keine projektspezifische Ermittlung erfolgt.
Einfluss der Brandlast auf die Entrauchungsbemessung
Eine höhere Brandlast führt zu einer höheren Wärmefreisetzungsrate, mehr Rauchproduktion und einer schnelleren Absenkung der Rauchschicht. Die Entrauchungsanlage muss entsprechend größer dimensioniert werden: größere RWA-Öffnungsflächen bei natürlicher Entrauchung oder höhere Absaugvolumenströme bei maschineller Entrauchung.
Typische Brandlasten nach Gebäudetyp
Bürogebäude: 500-700 MJ/m² | Versammlungsstätte: 300-500 MJ/m² | Tiefgarage (konventionell): 200-400 MJ/m² | Tiefgarage (E-Fahrzeuge): 400-800 MJ/m² | Lagerhalle (Paletten): 1.500-3.000 MJ/m² | Hochregallager: 2.000-5.000+ MJ/m² | Krankenhaus: 300-500 MJ/m² | Schule: 300-600 MJ/m². Diese Werte sind Richtwerte — die tatsächliche Brandlast ist projektspezifisch zu prüfen.
Wie SmokeProof Brandlasten automatisch zuordnet
SmokeProof enthält einen normkonformen Brandlastkatalog mit Kennwerten für alle gängigen Nutzungsarten. Sie wählen die Nutzungsart, und die Software setzt die richtigen Brandlastwerte automatisch — inklusive Wärmefreisetzungsrate und Rauchproduktionsrate. Für Sonderfälle können individuelle Brandverläufe definiert werden.
SmokeProof enthält einen normkonformen Brandlastkatalog — wählen Sie die Nutzungsart und die Software setzt die richtigen Werte automatisch.
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